Ein starkes Team trotzt auch schlechtem Wetter

Über die Ostertage war eine weitere Trainingseinheit geplant. Dieses Mal war unser Ziel Villasimius, der Ort, wo auch der erste GC32 Racing Tour Event stattfinden wird. Voller Erwartungen machten wir uns auf den Weg. Mit Alinghi, Red Bull und Zoulou waren bereits drei Teams vor Ort am trainieren.

Gleich nach unserer Ankunft entluden wir die Rümpfe, um zunächst noch einige Ausbesserungsarbeiten daran vorzunehmen. Nach und nach trafen die restlichen Teammitglieder ein, sodass wir mit dem Aufbau zügig vorankamen.

Am südlichsten Ende von Sardinien gelegen, ist Villasimius malerisch zwischen Hügeln eingebettet. Lange, weisse Sandstrände, das Meer mit kristallklarem Wasser und blaue Buchten, für die Sardinien vor allem bekannt ist, locken in der Feriensaison unzählige Touristen an.

April, April

Von sonnigem Wetter empfangen, hofften wir die ersten zwei Tage, dass die Schlechtwettervorhersagen vielleicht nicht eintreffen würden. Vor allem die angekündigten Windgeschwindigkeiten von über 30 Knoten (mehr als 55 Km/h) bereiteten uns Sorgen. Ein Rennkatamaran der GC32 Klasse kann bis ca. 25 Knoten Windgeschwindigkeit gesegelt werden, vorausgesetzt, das Wasser bleibt flach. Diese Voraussetzungen sind, je nach Windrichtung, in ViIlasimius gegeben. Also setzten wir die Aufbauarbeiten frohen Mutes fort.

Die Sonne trügt: wegen schlechten Windverhältnissen wird frühzeitig ausgewassert
Die Sonne trügt: wegen schlechten Windverhältnissen wird frühzeitig ausgewassert

Wie geplant wasserten wir das Boot am Morgen des Gründonnerstag ein, mit dem Ziel, gleich am Nachmittag mit den Trainings zu beginnen. Zu unserer Enttäuschung frischte der Wind aber immer mehr auf und wurde unkonstant mit starken Böen. Etwas widerwillig entschlossen wir uns, anstelle eines Trainings auf dem Wasser, weitere Optimierungsarbeiten am Boot vorzunehmen und auf bessere Verhältnisse zu hoffen.

Am Karfreitag war das Wetter dann noch schlechter. Der Himmel war bedeckt, es windete noch immer mit starken Böen und über Nacht waren die Temperaturen noch weiter gesunken. Aufgrund der durchwegs schlechten Wetteraussichten für das bevorstehende Osterwochenende entschieden wir, das Boot wieder auszuwassern. Da das Segeln eines Foilerkatamarans bei stürmischen Winden ein recht hohes Risiko birgt, zogen wir es vor, die Zeit dazu zu nutzen, das Equipment soweit fertig machen, damit wir vor dem eigentlichen Wettkampf nur noch das Racesetting vorzunehmen haben. Mit Hochdruck ging das gesamte Team an die Vorbereitungen, damit wir am Samstag nach Hause fliegen konnten.

Besprechung und Verteilung der Aufgaben – jeder übernimmt, wo er kann
Besprechung und Verteilung der Aufgaben – jeder übernimmt, wo er kann

Auch das ist eine Facette des Regattasegelns

Die Trainingstage konnten wir leider nicht wie geplant durchführen. Trotzdem war es keine verlorene Zeit. Die Wetterverhältnisse sorgten unvorhergesehenerweise für den perfekten Moment, um genau das zu üben, was Teams zu Gewinner-Teams macht: die Zusammengehörigkeit.

Und wir werden nun einfach zum ersten Event etwas früher als geplant nach Villasimius zurückkehren. Mit Sicherheit wird uns der Wettergott dann gnädiger gesinnt sein, sodass wir vor dem Startschuss zur ersten Regatta noch ein paar Tage auf dem Wasser trainieren können.

Starke Brandung am Ostersonntag: Küste von Campus Beach, Villasimius
Starke Brandung am Ostersonntag: Küste von Campus Beach, Villasimius

Rückblickend kann gesagt werden, dass wir trotz fehlendem Training auf dem Wasser eine intensive Zeit in Villasimius verbrachten. Das Material und Werkzeug im Trailer und Begleitboot wurde retabliert, die Sicherheits-Ausrüstungen wurden ersetzt und die Elektronik geprüft. Auf dem Boot wurde diverses Tauwerk kontrolliert und angepasst, die Foils und Ruderblätter geschliffen und ausgebessert. Das Boot ist jetzt bereit für die erste Regatta!

Wir blicken nach diesen drei Trainingseinheiten zuversichtlich dem ersten Event entgegen und danken euch allen für das Interesse und die Unterstützung.

Bootsrumpf, Foils und Ruder aus Karbon – da gibt es immer etwas auszubessern
Bootsrumpf, Foils und Ruder aus Karbon – da gibt es immer etwas auszubessern
Ruder und Foils müssen perfekt sein – da legt jeder Hand an
Ruder und Foils müssen perfekt sein – da legt jeder Hand an
Aufbau an der prallen Sonne – wär hätte da gedacht, dass wir frühzeitig abbrechen?
Aufbau an der prallen Sonne – wär hätte da gedacht, dass wir frühzeitig abbrechen?
Ein GC32 Katamaran steht unter enormer Spannung – getrimmt wird während Stunden
Ein GC32 Katamaran steht unter enormer Spannung – getrimmt wird während Stunden
Das Setzen des Mastes – Präzision und Teamarbeit pur
Das Setzen des Mastes – Präzision und Teamarbeit pur

Fotos: Daniel Bieri

This content is also available in English