Gut, aber noch nicht gut genug

GC32 World Championship - Villasimius 2021

Je steiler es nach oben geht, desto heftiger kann man fallen. Etwas enttäuscht blicken wir auf die vergangene Weltmeisterschaft zurück und nehmen zugleich viel Positives mit in den Saisonabschluss. Obwohl wir uns gut auf den Wettkampf vorbereiteten und fast nichts dem Zufall überliessen, lief praktisch nichts wie erwartet. Und das vom ersten Rennen bis zum letzten.

Doch alles der Reihe nach.

Perfektes Umfeld

Mit dem Schwung aus Lagos reisten wir frühzeitig in Villasimius an, um aus unseren Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft ein Optimum herauszuholen. Das Boot wurde zusammengebaut, sämtliche Details geprüft und beim kleinsten Anschein von Abnutzung ersetzt, sodass kein Materialschaden uns zurückwerfen sollte. Unsere Unterkunft war komfortabel und auch das Wetter spielte mit, auch wenn es immer wieder mal regnete. Das Pünktchen auf dem i waren aber sicherlich unsere beiden lokalen Köchinnen, die uns mit sardischem Essen verwöhnten.

Perfektes Training

Wie geplant, konnten wir den Katamaran wassern und uns als erstes Team ans Pre World’s Training machen. Vor allen anderen konnten wir beginnen, uns mit der so genannten schwierigen Dünung vertraut zu machen: Das Segeln, vor allem das Foilen ist bei Wellen anspruchsvoller als bei flachem Wasser. Die Herausforderung besteht darin, mit den Hydrofoils die richtige Höhe einzustellen, um über die Wellen zu fliegen, und mit Hilfe der Dünung möglichst viel zusätzlichen Vortrieb zu erzeugen. Die vorherrschenden Winde waren dafür aber eher zu leicht, was das Foilen zusätzlich erschwerte. Dennoch konnten wir erfolgreiche Einheiten durchführen und wie geplant am Sonntagabend das Boot nochmals für den letzten Check auswassern. Der Montag war als Ruhetag geplant und stand dem Team zur freien Verfügung. Während einige im Haus blieben, um zu chillen, nutzen andere den Tag, um sich mit einem Foilboard zu versuchen und die umliegenden Buchten zu erkunden.

Am Abend fand ein abschliessendes Briefing statt, an dem die Ziele und deren Umsetzung im Team eingehend besprochen wurden. 

Weltmeisterschaft!

Alle Vorbereitungen liefen wie am Schnürchen, sodass wir voll Enthusiasmus und Tatendrang dem Startschuss des ersten Rennens entgegenfieberten.

Doch genau dieser wollte zunächst nicht fallen.

Der erste Renntag startete mit Geduld haben, auf Wind warten und vielen Versuchen, eine gültige Wettfahrt zustande zu bringen. Die Verhältnisse bereiteten auch der Rennleitung Schwierigkeiten, doch waren die Entscheide meistens richtig, wenn sie ein Rennen abbrachen. Manchmal war dies zu unserem Vorteil, wenn wir schlecht im Rennen lagen, dann war es wieder Pech, wenn wir vorne lagen.

Leider gelang es uns nicht, im ersten gültigen Rennen gut abzuschneiden. Wir starteten zwar gut, wurden dann aber erst sehr spät als Frühstarter zurückgerufen. Das war sehr ärgerlich. Dass sich die Rennleitung für ihren Fehlentscheid später entschuldigte, half uns auch nicht weiter. Bedauerlicherweise entschied sich der Schiedsrichter noch weitere Male gegen uns, doch unterm Strich segelten wir einfach nicht gut genug.

Den ersten Renntag mussten wir also abhaken und uns auf das konzentrieren, was vor uns lag. Den Tiefschlag verdauten wir schnell genug, um uns an den folgenden Tagen im Klassement kontinuierlich nach vorne zu kämpfen. Die einzelnen Races waren ausgesprochen hart umkämpft und das Niveau wirklich hoch. Die Führung und das Klassement wechselten dauernd. Am Sonntagmorgen starteten wir an zweiter Position in den letzten Tag. Es waren fünf Wettfahrten angesagt, die Wetterverhältnisse waren gut und wir freuten uns. Zusätzliche Unterstützung erhielten wir von unseren Partnerinnen, welche uns mit Ihrem Besuch überraschten.

Leider konnten wir mit dem vierten Schlussrang die Erwartungen nicht erfüllen.

Verständlicherweise sitzt im Team der Frust noch immer tief. Doch sehen wir auch das Positive, nämlich die Fortschritte, die wir seit der letzten Weltmeisterschaft im Jahr 2019 gemacht haben.

In einem Debriefing kurz nach der Regatta haben wir mit den Coaches eine erste Analyse gemacht und werden mit etwas Abstand auch die individuellen Pre Event Analysen des Teams auswerten.

Unser Dank geht an unsere Sponsoren und alle, die uns unterstützen.

Wir werden im letzten Event im spanischen Mar Menor nochmals alles geben. In der Jahreswertung sind wir nämlich noch immer auf dem Podest klassiert, und diese Position werden wir verteidigen.

In unserer Galerie findest du eine grosse Auswahl an Bildern von der WM in Villasimius: