Bericht 44Cup Marstrand und C31 Imperia

BSST_Marstrand25

Kalt und windig in den mediterranen Erfolg

Nach einem soliden Saisonauftakt mit der RC44 in Porto Cervo stand uns die Rückkehr nach Marstrand bevor. Die Erinnerungen an den 44Cup Marstrand 2024 waren in unseren Köpfen noch sehr präsent, waren wir doch letztes Jahr im Training auf Grund gelaufen, und konnten damals nur dank viel Glück starten.

44Cup Marstrand

24. – 28. Juni 2025, Marstrand, Schweden

Eigentlich ist Schweden immer eine Reise wert, vor allem zum Midsummer Day im Juni. Und wer Schweden als Reiseziel ins Auge fasst, rechnet natürlich nicht mit mediterranen Bedingungen. Doch dieses Jahr erwarteten uns laut Wettervorhersagen abermals, wie in früheren Jahren, Bedingungen jenseits lauer Beach-Temperaturen: Während in der Schweiz die Bevölkerung unter einer Hitzewelle stöhnte (für viele unter uns ist es ja schnell zu heiss), freuten wir uns schon fast auf den schwedischen Sommer bei rund 13 Grad und 20 Knoten Wind. Unter diesen Bedingungen fühlen sich selbst Regentropfen wie Hagelkörner auf der Haut an. Doch dem Wetter entsprechend funktional gekleidet – wasserfest mit Thermounterwäsche und Kappe – und schon kann es losgehen zum Training.

Leider musste der Practice Race Day wegen zu starken Winden und zu hohen Wellen abgesagt werden, sodass wir aus den Trainings direkt in den Wettkampf starten mussten. Das war insofern etwas von Nachteil, da sich neu zwölf Yachten an der Startline drängen. Was das Prozedere bereits am Start noch anspruchsvoller machte, erwies sich bei den Bojen-Manövern geradezu als Herausforderung: Die Abstände waren noch enger und gekämpft wurde wirklich um jeden Zentimeter. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Abstimmung fanden wir uns immer besser zurecht.

Anfang Jahr setzten wir uns zum Ziel, uns über die Saison im Mittelfeld festzusetzen. Die Erfahrung zeigt, dass das Segeln im Mittelfeld gleichermassen anspruchsvoll und hart ist, da immer mehrere Yachten gleichzeitig die Bojen runden. Oft spielt dann auch das Glück mit und es tut sich spontan eine Lücke auf, während man sich das nächste Mal wieder am Ende der Kolonne einzureihen hat. Dann «schmerzen» die Resultate jenseits der 6. Position besonders, da schnell viele Punkte zusammenkommen. Dennoch sind diese Races ausgesprochen lehrreich und interessant, weil man laufend in Positionskämpfe verwickelt ist und angreifen oder sich verteidigen muss. Schlussendlich belegten wir den 7. Gesamtplatz punktegleich mit der 6. Position. Einmal mehr waren die Abstände nach Länge an der Ziellinie oft sehr knapp, was sich auch in der engen Punkte-Verteilung im Schlussklassement widerspiegelt. Dennoch sind wir mit unserer Leistung zufrieden, auch wenn es klar Luft nach oben gibt.

Unsere Konzentration richten wir nun bereits auf die Weltmeisterschaft Ende August in Scheveningen. Dieses Regatta-Revier ist bekannt für seine starke Strömung, während je nach Wetter mit wenig bis viel Wind zu rechnen ist. Wir werden euch berichten.

Trotz widrigem Wetter war unsere Performance über mehrere Tage konstant genug, ...
Trotz widrigem Wetter war unsere Performance über mehrere Tage konstant genug, …
... um unseren Platz im Mittelfeld zu behaupten.
… um unseren Platz im Mittelfeld zu behaupten.

Finde mehr Fotos zur Regatta  in unserer RC44 Bildergalerie.

Cape 31 Imperia Regatta

C31 Med Circuit 2025 | Round 3, 27. Juni – 1. Juli 2025, Imperia, Italien

Nach der ernüchternden Regatta in Porquerolles haben wir viele Gespräche miteinander geführt. Ich gewann dabei aufgrund der Resultate und den Rückmeldungen den Eindruck, dass in der bestehenden Zusammensetzung an Bord zu wenig Verbesserungen zu erzielen sind, und kam zum Schluss, dass auf einigen Positionen ein Wechsel vollzogen werden muss. Obwohl bei der Förderung von Nachwuchs-Seglerinnen bzw. -seglern auch Geduld gefragt ist, gelangten wir zur Erkenntnis, dass das Team mehr profitiert, wenn nochmals einzelne Positionen optimiert werden, und wir dabei auf mehr Erfahrung setzen.

Victor Marino, der uns normalerweise coacht, übernahm schon mal den Trimm des Grosssegels. Und mit Pierluigi de Felice, als Floater bereits im Black Star GC32 Weltmeister-Team erfolgreich im Einsatz, und Alberto Puga auf dem Bug, konnten wir die gewünschte Erfahrung an Bord holen.

Trotz der durchzogenen Resultate war Porquerolles für uns natürlich eine wertvolle Erfahrung. Wir reisten zwei Tage früher in Imperia an, um unsere Abläufe zu besprechen und zu üben, vor allem aber auch, um die Einstellungen an Mast und Segeln zu optimieren. Schnell liess sich im direkten Vergleich mit anderen Teams erkennen, dass wir uns zu Porquerolles deutlich verbessern konnten und vor allem bei leichten Verhältnissen schneller wurden.

Das bestätigte sich dann auch am ersten Regattatag, als wir gleich das Auftaktrennen zu gewinnen vermochten und im zweiten Lauf auch noch den zweiten Platz belegten. In einem Feld von 16 Cape 31 Yachten konnten wir immer mit der Spitzengruppe mithalten. Selbst wenn wir einen schlechten Start erwischten, gelang uns, dank unserer Geschwindigkeit und auch mal mit etwas taktischem Glück, wieder in die vorderen Ränge zu fahren.

Schlussendlich beendeten wir die Regatta auf Rang drei auf dem Podest.

Ein Update im Crew-Setup, ...
Ein Update im Crew-Setup, …
... sorgte für einen Leistungsgewinn, ...
… sorgte für einen Leistungsgewinn, …
... der sich auch in der Gesamtwertung bemerkbar machte.
… der sich auch in der Gesamtwertung bemerkbar machte.

Fotos zur Regatta findest du in unserer Cape 31 Bildergalerie.

Nächste Regatten

Als Saisonhöhepunkt steht in ein paar Wochen die RC44 Weltmeisterschaft in Scheveningen an. Wir sind zuversichtlich einen weiteren Schritt nach vorne zu machen und hoffen, dass wir als Team 100% bereit sind, das nötige Wettkampfglück erzwingen zu können.

Mit der Cape 31 werden wir die Europameisterschaft in Palma de Mallorca im Oktober segeln. Dank dem positiven Ausgang in Imperia blicken wir auch diesem Event mit viel Vorfreude entgegen.